
Urlaub am Plattensee (Teil 1 / 2)
Unsere Entscheidung, im Sommer 2007 nach Ungarn zu reisen, erwies sich als absoluter Glückstreffer. Bis dahin waren wir keine ausgesprochenen Ungarnfans. Wir wollten einfach nur Urlaub am Wasser machen, ein fremdes Land mit dem eigenen Fahrzeug erkunden und keinen allzu langen Anreiseweg haben. Freunde erzählten uns lebhaft von ihrem Urlaub am Balaton und empfahlen uns, im Internet ein Haus für 14 Tage in Siofok zu buchen. Wir bekamen ein Ferienhaus für die Zeit vom 7. bis zum 20.Juli und beschlossen, bereits am 2. Juli loszufahren. Die ersten vier Tage wollten wir in Budapest verbringen und dort in einem Hotel übernachten.
Wir reisten über die Wien an und trafen am Abend des 2. Juli in der ungarischen Hauptstadt ein. Unser Hotel war das Hotel Charles, westlich der Donau in der Nähe der Elisabeth-Brücke gelegen. Auf dieses Hotel war unsere Wahl wegen seiner zentralen Lage und der moderaten Preise gefallen. Wie erwartet fanden wir es leicht. Nach der Autobahnabfahrt braucht man nur den Hinweisschildern ins Stadtzentrum und zur Elisabeth (Erzsebet)-Brücke zu folgen, dann kommt man auf eine Überführung mit einer Rechtskurve, von der aus linker Hand der große Gebäudekomplex des Hotels Novotel zu sehen ist. Von da aus sind es noch 500 Meter bis zum Hotel Charles.
Äußerlich mag dieses Hotel nicht das ansprechendste sein. Es hat so in etwa den Charme eines Business Hotels der 70er Jahre und zu dieser Zeit wurde es wohl auch erbaut. Doch wir wollten ja keinen Prestigeurlaub machen, sondern suchten nur eine gute Bleibe, um ein paar Tage Budapest zu erkunden und diesen Zweck erfüllte das Charles voll und ganz. Nach acht Stunden Fahrt und bei trotz der vorgerückten Stunde immer noch gefühlten 30 Grad im Schatten waren wir einfach nur noch froh, ins Bett zu kommen.
Kultur und Kommerz in Budapest

Das Hotel Charles befindet sich Im bergigen Teil von Budapest in unmittelbarer Nähe der Sehenswürdigkeiten des Burgbergs. Das sind das Habsburger Barockschloss, eine mittelalterliche Burganlage und eine gotische Kathedrale. Unser Hotelzimmer war groß und geräumig. Im Preis war ein Frühstücksbüfett inbegriffen mit dem wir uns am nächsten Morgen stärkten, bevor wir mit dem Auto über die Elisabeth-Brücke ins nahgelegene Zentrum von Budapest aufbrachen. Hier bezahlten wir unser erstes Lehrgeld: Wir fanden nur sehr schwer einen Parkplatz und brauchten nach dem Shoppen geraume Zeit, um unser Auto wiederzufinden. Deshalb nutzten wir in den nächsten Tagen den Bus oder gingen zu Fuß auf Erkundungstour. Als Gäste des Hotel Charles hatten wir die Möglichkeit, für die Zeit unseres Aufendhaltes dort kostenlose Parkmöglichkeiten zu nutzen. Die Bushaltestelle befindet sich direkt vor dem Hotel, auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Fahrt kostet umgerechnet nur ein paar Cent und nach drei Stationen ist man im Budapester Stadtzentrum.
Diesen motorisierten Weg, ins Stadtzentrum zu gelangen, wählten wir, weil die Elisabeth-Brücke, die unserem Hotel am nächsten lag, keine Fußgängerbrücke ist. Doch wenn wir schon einmal in Budapest waren, wollten wir eine der nächtlich beleuchteten Donaubrücken auch einmal zu Fuß genießen. Am letzten Abend unseres Budapestaufenthaltes erfüllten wir uns diesen Wunsch, promenierten am westlichen Donauufer entlang und liefen über die historische Budapester Kettenbrücke, die zu den markantesten Bauwerken der Stadt zählt.
Am nächsten Morgen brachen wir zum Balaton auf. Der See befindet sich etwa 100 Autobahnkilometer südlichwestlich von Budapest. Unser Ziel, die Stadt Siofok liegt im Südosten des Gewässers. Wegen der vielen deutschen Urlauber ist die Beschilderung teils in deutscher Sprache, sodass wir keine Probleme hatten, unser Ferienhaus zu finden. Es lag etwas nördlich des Stadtzentrums in Strandnähe. Die Größe des Balatonos überraschte uns. Er ist größer als der Gardasee und an seiner gesamten Südseite sehr flach. Deshalb nennt man ihn auch Plattensee.
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