Roma aetaerna (Teil 2 / 2)
Die Kolonaden des Petersplatzes hat Bernini errichten lassen und von dort sieht man den Pasetto, einen Geheimgang, der in die
Engelsburg
führt, die Fliehburg der Päpste. Die konnten nicht einmal die spanischen und deutschen Landsknechte Karls V. beim Sacco di Roma 1527 einnehmen. Das verdankte sie ihrem Bauherrn Kaiser Hadrian, der dort sein Mausoleum errichten liess. Geht man über die Brücke an der Engelsburg, gelangt man auf das Marsfeld. Auf dem Campo di Fiori trifft sich heute die Jeunesse dorree´ Roms. Rund um die Piazza gibt es Cafes und Bars. Strassenkünstler und Musikanten geben sich ein Stelldichein dort, und wir rasteten dort ebenfalls von unserer Besichtigung des Pantheons, das Augustus Schwiegersohn Agrippa im Jahr seines 3. Konsulats erbauen liess, wie am Giebel zu lesen ist.
Vom Circus Maximus,
der grössten Sportanlage aller Zeiten sind heute nur noch Umrisse zu erkennen, laut Plinius bot er Platz für 250.000 Zuschauer. Heute joggen dort die Römer, und als ich dort war, demonstrierten sie gegen Berlusconi. Besser erhalten ist allerdings der Kaiserpalast auf dem Palatin. Nachdem die flavischen Kaiser Neros Prunkschloss, die Domus Aurea aufgaben, liess sich Domitian einen neuen Palast bauen, der als eines der beeindruckendsten Beispiele antiker Palstarchitektur gilt. Der Dynastie der Flavier ist auch das wohl beeindruckendste Bauwerk Roms zu verdanken.
Das Flavische Amphitheater (Kolosseum)
Solange es steht, steht auch Rom, wenn es fällt, dann stürzt Rom, und wenn Rom fällt, dann stürzt die ganze Welt, so schrieb der heilige Venerabilis. 50- 60.000 Zuschauer fanden dort Platz. Mit Hilfe der Flaschenzüge und Seilwinden im Kellergewölbe konnte eine aufwändige Bühnenkulisse binnen Minuten auf- und abgebaut werden. Alle modernen Stadionbauten orientieren sich bis heute an diesem Meisterwerk. Was Erfahrungen mit Hooligans angeht, so scheinen die Römer damit sogar besser fertiggeworden zu sein, denn gewalttätige Fans gab es damals schon. Human eingestellten Besuchern gruselt es dort ein bisschen. Gladiatorenkämpfe waren, verglichen mit Tierhetzen und blutigen Justizshows noch die weitaus harmlosesten Schauspiele, doch hat das Kolosseum heute einen ganz anderen Symbolcharakter. Wenn immer ein Staat die Todesstrafe abschafft, wird das Gebäude illuminiert.
Was könnte man nicht noch alles von Rom erzählen, von der Aurelianischen Stadtmauer, vom Circus des Maxentius und den Katakomben, von Spaziergängen auf der Via Appia oder vom Ausflug in die Villa Adriana nach Tibur, wo sich Hadrian eine Villa bauen liess. Von der Villa d´ Este und dem Sonnenuntergang über der römischen Campagnia, der Tischbein begeistert hätte. Vom Bad im Meer am Lido de Ostia, wo in einem Gartenlokal noch die Wagen aus dem Film Ben Hur stehen. Oder der Abend, als in den Caracallathermen die Aida gespielt wurde, mit einem grandiosen Publikum, das aus mitgebrachten Weinflaschen trank und die Arien mitsang. Rom, das war das Trajansforum und die Villa Borghese, das war ein verschmustes Rendezvous in San Giovanni in Laterano, während der Priester die Messe zelebrierte. Und dann natürlich die Feier, die wir zu Ehren von Prof. Ls 60. Geburtstag im Kreuzgang des Hotels ausrichteten. An diesem Abend gab er übrigens noch ein paar Arien zum Besten. Ich bin übrigens auch ohne eine Münze in den Trevi Brunnen zu werfen, seitdem schon 2 mal wieder in die Stadt zurückgekehrt.
Roma aetaerna, caput mundi!
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