Eine Reise durch Kroatien (Teil 2 / 3)

Zurück in der Unterstadt besah ich mir ausgiebig den Botanischen Garten mit seinen vielen exotischen Gewächsen und suchte mir dann in der barocken Altstadt Zagrebs das nächste Straßencafé, um meinen Koffeinspiegel wieder auf das normale Level einzustellen. Anschließend ging es mit der Straßenbahn zurück zu meinem treu wartenden Fahrzeug und weiter Richtung Rijeka. Eigentlich hatte ich die Nacht bereits am Meer verbringen wollen, hatte mich aber in Zagreb zu lange aufgehalten, mich auch in der Entfernung verschätzt, und so suchte ich mir kurz hinter Karlovac einen ruhigen Campingplatz, ging bald schlafen und startete bereits am frühen Morgen nach einem kurzen Kaffee.

Per Handy hatte ich mich noch am Abend mit meinen Freunden in der alten Hafenstadt an der Kvarner Bucht verabredet, von dort wollten sie mich zu ihrem versteckten Campingplatz auf der Insel Krk lotsen, dem Geheimtipp eines jugoslawischen Arbeitskollegen aus Deutschland. Wir trafen uns in einem hübschen Restaurant am Hafen von Rijeka und starteten bald, nachdem wir uns von der kroatischen Küche hatten ausgiebig verwöhnen lassen. Auf Krk wollte ich ein paar Tage bleiben und mich am Strand von den Anstrengungen des vergangenen Arbeitsjahres erholen.
Eine beeindruckende, allerdings mautpflichtige Brücke verbindet die größte Insel der Adria mit dem Festland. Endlich angekommen, waren wir sehr schnell auf dem kleinen Campingplatz, den ich alleine wohl nur schwer gefunden hätte. Nun war ich direkt am Meer, so lange hatte ich mich darauf gefreut und musste deshalb zuerst einmal ausgiebig das klare Wasser genießen. Anschließend richtete ich mich ein und wir verbrachten einen gemütlichen Abend mit einem wunderschönem Sonnenuntergang über dem Meer, extra für meinen Empfang, so redete ich mir ein.
Den nächsten Tag verbrachte ich mit Schwimmen, Schnorcheln, in der Sonne liegen, einfach mit Nichtstun, aber schon am nächsten Tag wurde ich unruhig. Ausflüge nach Baska und Punat, ein Besuch der kreisrunden Klosterinsel Kosljun in der Bucht von Puna, eine Tropfsteinhöhle in Rudine und hin und wieder in einem Hafenlokal die unterschiedlichsten Inselspezialitäten waren das Programm der nächsten Tage. Und immer morgens und abends ein herrliches Bad im Meer, direkt vor der „Haustür“. Die Insel Krk landete auf dem imaginären Notizzettel der Kandidaten für meine spätere Heimat, nach Beendigung des Arbeitslebens, aber es wurde auch Zeit, wieder aufzubrechen.

In Zadar wartete ein kroatischer Freund auf mich, den ich während des Jugoslawienkrieges kennen gelernt hatte, als er mit seiner Familie nach Deutschland geflohen war, um nicht kämpfen zu müssen. Schon lange lebte er wieder in Kroatien, wir waren aber in Kontakt geblieben und nun wollte ich ihn und seine Familie endlich einmal wiedersehen. Also ließ ich mich von meinem VW-Bus immer an der Adria entlang die Küstenstraße südwärts bringen. Ich ließ mir Zeit und machte des öfteren Halt an einer der vielen einladenden Stellen am Strand oder in einem Straßencafé unterwegs.
Wildes Campen ist in Kroatien zwar nicht erlaubt, aber eine Nacht mit dem Bus auf einem Parkplatz am Meer fiel wohl nicht in diese Kategorie, jedenfalls gab es keine Probleme und so suchte ich erst kurz vor Zadar einen Campingplatz für mehrere Tage, um von hier aus meine Bekannten zu besuchen.
Es war ein sehr berührendes Wiedersehen und wie vermutet konnte ich mich dem Angebot, doch bei ihnen zu wohnen nur mit dem Hinweis auf den Campingplatz entziehen, wo ich mich schon für mehrere Tage eingemietet hatte. Ich wollte die sprichwörtliche Gastfreundschaft nicht ausnutzen, waren die Wohnverhältnisse doch nicht gerade üppig. Es gab viel zu erzählen, vieles war geschehen in den letzten Jahren und das Leben war nicht einfacher geworden. Immer noch wurden sie von vielen ihrer Landsleute abgelehnt, weil sie Kroatien während des Krieges verlassen hatten. In Deutschland hatten sie aber trotz aller Bemühungen von Arbeitgeber, Schule und Nachbarn nicht bleiben dürfen. Immer schon ein sehr positiver gestimmter Mensch, hakte mein Freund dieses Thema aber bald ab und wir schmiedeten Pläne für die nächsten Tage.

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