
Eine Reise durch Kroatien (Teil 1 / 3)
Eine Woche, nachdem ich meinen Führerschein gemacht hatte, war ich mit dem R 4 durch Jugoslawien gefahren. Das war 1975, da redete noch niemand von
Kroatien oder Slowenien oder Bosnien Herzegowina, und so hatte ich in Jugoslawien meine ersten Fahrerfahrungen gesammelt. Den sogenannten Autoput zu überleben war für einen Fahranfänger schon ein erster Erfolg und die Küstenstraße an der Adria entlang war dann das nächste große Abenteuer.
Das war nun viele Jahre her, inzwischen war Krieg gewesen und das damalige Jugoslawien war verschwunden. Immer häufiger war jetzt die Rede vom schönen Kroatien, wenn es um Urlaubserzählungen ging, und so kam mir der Gedanke immer öfter, einmal wieder dieses Land zu besuchen, das mir geholfen hatte, das Autofahren zu erlernen.
Der R4 gehörte genauso wie Jugoslawien der Vergangenheit an und so organisierte ich mir einen VW-Bus, um sowohl Fahrzeug wie Unterkunft für die große Reise zu haben. Im Sommer 2007 war es dann endlich so weit.
Österreich war schnell durchquert, ich übernachtete kurz hinter Graz und fuhr dann am nächsten Morgen erst einmal nach Maribor, um dort zu frühstücken.
Gestärkt konnte es nun losgehen Richtung Kroatien. Zunächst einmal nach Zagreb, später wollte ich mich in Rijeka mit Freunden treffen, die dort in der Nähe ihren Urlaub verbrachten.
Zagreb, seit 1991 die Hauptstadt Kroatiens, begrüßte mich mit einem Verkehrschaos. Ich versuchte erst gar nicht, bis in die Innenstadt zu fahren, Parkplatzmangel lag in der Luft und so stellte ich mein fahrendes Hotelzimmer am Stadtrand ab und bestieg die modernste Straßenbahn, die mir in meinem Leben je untergekommen war. Seit 2005 besitzt Zagreb eine Niederflurstraßenbahn, die TMK 2200, das Feinste vom Feinen auf diesem Gebiet.
Ich fuhr nicht direkt ins Zentrum, sondern ließ mich zunächst einmal auf eine Stadtrundfahrt mitnehmen, um einen ersten Eindruck von ganz Zagreb zu bekommen.
Schließlich landete ich aber doch auf dem zentralen Ban-Jelacic-Platz, dem früheren Platz der Republik, genau zwischen der Ober- und der Unterstadt gelegen. Der alte Feldherr und Ban von Kroatien grüßte von seinem Pferd auf dem Denkmal für den kroatischen Nationalhelden, während ich in einem Straßencafé die ersten Eindrücke dieses autofreien Platzes auf mich wirken ließ. Geschäfte, Banken, Straßenkünstler, der Blumenmarkt und ein paar Stufen höher der größte Gemüsemarkt Zagrebs. Das Leben pulsierte hier, die kroatische Sonne wärmte mich, der Kaffee schmeckte – mir ging es rundum gut. Nachdem ich dieses Urlaubsgefühl ausgiebig ausgekostet hatte, ging ich die paar Schritte zur Talstation der Drahtseilbahn, die mich in die Oberstadt brachte. Hier gibt es verschiedene Sehenswürdigkeiten wie die St .Markus Kirche, die Kathedrale, Wahrzeichen Zagrebs, oder das alte Parlamentsgebäude. Da ich aber nicht so sehr der Typ bin, der in drei Stunden die Tour „Zagreb in vier Tagen“ hinter sich bringt und von einem Gebäude zum nächsten hetzt, schlenderte ich lieber durch die Oberstadt und ließ ihre Atmosphäre auf mich einwirken. Lediglich das „Steinerne Tor“ besah ich mir genauer, das einzige von den fünf Stadttoren der Befestigungsanlage aus dem 13. Jahrhundert, das noch erhalten ist, inzwischen aber zu einer Kapelle umgebaut wurde.
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