
Mit dem Zug durch Norwegen (Teil 2 / 2)
Schlafen und Essen
Dienstleistungen und Lebensmittel sind in Norwegen recht teuer. Man muss also entweder einplanen, sich über Hotel- und Restaurantrechnungen nicht aufzuregen, oder gleich die eigenen Ansprüche etwas zurückschrauben, wenn die Preise die gewohnten bleiben sollen. Eine Alternative sind auch für erwachsene Reisende in Norwegen die Jugendherbergen, doch mit etwas Glück bieten die Hotels gerade Rabatte oder Sonderaktionen an. Eine Nacht im Nova Hotell im Stadtzentrum schlug inklusive Frühstück mit knapp 600 Kronen (etwa EUR 75) zu Buche. Wem die weltweit gleichen Schnellrestaurants nicht behagen, wird auch von einem Stück Pizza satt.
Schlafen im Zug - ein Versuch
Um nicht einen ganzen Tag in der Bahn zu verschenken und zugleich, um eine weitere Hotelübernachtung zu sparen, erfolgt die Bahnfahrt nach Oslo mit dem reservierungspflichtigen Nachtzug, der Trondheim gegen 23 Uhr verlässt und Oslo um kurz nach halb 8 am nächsten Morgen erreicht. Der Zug hält relativ häufig, und nur auf der wilden Hochebene der Hardangervidda fährt er längere Strecken ohne Stopp. Wenn man in der hellen norwegischen Sommernacht ohnehin nicht schlafen kann, sieht man draußen eine raue Landschaft vorüberziehen, deren teilweise mit altem Schnee bedeckten Geröllfelder nach den sommerlichen Tagen in Trondheim völlig unwirklich scheinen.
In Oslo

Übermüdet, aber voller Reiseeindrücke beginnt der Morgen in Oslo, dem alten Christiania, mit einem ausgiebigen Frühstück in einem Café im neuen und sehr schicken Stadtteil Akerbrygge direkt am Wasser geht es hinüber zur Hauptstraße, der für deutsche Verhältnisse sehr beschaulichen Karl-Johans-gate, an der sowohl das Folketing (Parlamentsgebäude)und das Staatstheater, aber auch einige der schicksten Warenhäuser und Boutiquen Oslos liegen. Die Straße führt direkt bis zum auf einem Hügel liegenden und von einem Park umgebenen Königsschloss. Hinter der Anlage erstrecken sich die Wohnviertel Oslos, in denen auch das studentische Leben blüht - so dass sich hier einige hübsche Cafés mit internationaler Küche und vielen kulturellen Angeboten finden. Für Traditionalisten empfiehlt sich jedoch wiederum die Karl-Johans-gate und hier das Café "De 3 brøder". Bei einem sechstel Liter Wein beobachtet man entspannt Einheimische und Touristen. (Wer länger sitzen bleibt, erkennt allerdings nach kurzer Zeit die ersten Flaneure wieder.)
Wer nicht unbedingt das Wikingermuseum auf der anderen Seite des Oslofjordes besuchen möchte, sondern sich eher für neuere Geschichte interessiert, sollte das markante Rathaus der Stadt besuchen. In diesem 1939 fertiggestellten funktionalistisch-nationalromantischen Wahrzeichen der norwegischen Unabhängigkeit werden auch die Friedensnobelpreise verliehen. Innen ist das Rathaus mit großen Fresken ausgeschmückt, die sich mit der norwegischen (Freiheits-) Geschichte befassen.
Ein kurzer Spaziergang führt zur Festung Akershus. Eine Besichtigung lohnt allemal, doch für den müden Gast bieten die von der norwegischen Sonne angenehm warmen Rasenflächen mit Blick auf den glitzernden Oslofjord eine verlockende Alternative. Fast möchte man die Rückfahrt nach Stockholm um einen Tag verschieben und einfach liegen bleiben. Doch dann siegt das Gewissen, und man wandert erschöpft, aber voller Eindrücke (und Vorsätze für den nächsten Norwegen-Besuch) zurück zum "sentralen" Hauptbahnhof Oslo.
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