Norwegen per Schiff (Teil 2 / 2)

In Oslo ist die betriebsamste und zugleich repräsentativste Straße die Karl Johans Gate. Sie liegt unweit der Hafenstraße und verläuft parallel zu dieser. Die Karl Johans Gate ist Oslos größte Einkaufsmeile. Entlang der Straße befinden sich eine Reihe markanter Gebäude, wie das Nationaltheater und die Osloer Universität. Im Westen endet die Osloer Hauptstraße am Park des Osloer Schlosses. Die Karl Johans Gate ist keine Fußgängerzone, aber als Autofahrer muss man trotzdem auf die vielen sorglos über die Straße schlendernden Touristen Acht geben. Wir fanden einen Parkplatz am Sonja Hennies Platz und tauchten in der Menge der anderen Fußgänger unter. Zu Mittag bestellten wir uns im Restaurant Angus Steakhouse ein zünftiges Fischgericht und dann brachen wir nach Bergen auf.

In Norwegen wird, wie in Schweden, tagsüber mit Licht gefahren. Wir überwanden wischen Oslo und Bergen weit über 400 Straßenkilometer. Die Straße schlängelte sich durch eine Hochgebirgslandschaft, die alles was wir bisher kannten in den Schatten stellte. Sie führte vorbei an 1900 Meter hohen Gletschern, an riesigen, glasklaren, tiefblauen Gewässern, durch Tunnel und über natürliche Dämme. Und das Beste ist war, dass sie uns direkt ans Meer brachte.

Als wir am Abend unseres zweiten Urlaubstages in Bergen ankamen, hatten wir schon soviel beeindruckendes gesehen, dass wir nicht davon ausgingen, dass sich das noch steigern lässt. Doch wir sollten eines besseren belehrt werden. Bergen ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Stadt zwischen den Bergen, und das mitten am Meer. Überall sieht man viel Grün und tiefblaues Wasser. Die ursprüngliche Bebauung Bergens besteht aus zwei- bis dreistöckigen Holzhäusern in allen Farben, dominiert von rotbraun und weiß. Doch mittlerweile sind für die Großstadt auch fünfstöckige Wohn- und Geschäftsgebäude aus Stein typisch. Unsere Unterkunft befand sich in einem neuen, weißen im Norwegerstil erbauten Apartmenthaus mit Holzfassade.

Gleich am nächsten Morgen, begannen wir die Stadt zu erkunden. Im Hafenviertel fanden wir die historischen Gebäude der mittelalterlichen Handelsniederlassung Bruggen. Dieses Stadtviertel soll von hier ansässigen deutschen Handelsleuten zur Blüte gebracht worden sein. Der Fischmarkt von Bergen befindet sich in der Nähe des bewaldeten Floybergs, auf den müde Ausflügler mit der Seilbahn gelangen können.

Ein Höhepunkt unseres Aufenthalts in Bergen war der Ausflug zum Sognefjord. Dorthin gelangten wir per Bahn. Die etwa dreistündige Fahrt führte durch bizarr zerklüftete Berglandschaft und mehrere Tunnel, die wir leider nicht zählten. Der Zug brachte uns nach Hoyanger, an der Spitze eines nördlichen Ausläufers des größten norwegischen Fjords. Der Ort im Tal des Sognefjords ist in eine Felslandschaft eingebettet, deren untere Hänge mit Gras, Büschen und Bäumen bewachsen sind. Hier machten wir uns auf die Suche nach Lemmingen, den sagenumwobenen nordischen Wühlmäusen.

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