
Reisebericht Griechenland - Kos und Rhodos (Teil 1 / 2)
Griechenland und die klassischen antiken Stätten kannte ich schon von früheren Reisen, als ich mich 2005 mal wieder entschloss, nach Griechenland zu fahren, war ich neugierig, mal den Dodekanes kennenzulernen und buchte eine Reise nach Kos.
Die Insel ist sehr gut geeignet für Leute, die mal abschalten wollen, und es gibt auf der Insel auch heute noch einige Strände, an denen Reisende ziemlich ungestört sindn sofern sie an den vielen Militäreinrichtungen keinen Anstoss nehmen. Eine sehr gute Möglichkeit, die landschaftlich sehr reizvolle Insel besser kennenzulernen, ist, sich bei einem der zahlreichen Anbieter ein Bike zu mieten. Die Helmpflicht ist dort eine sehr theoretische Vorschrift, und es empfiehlt sich, die kleineren Gefährte nicht zu unterschätzen, denn die sind meistens ganz schön frisiert. Ich fand allerdings noch eine günstigere Mitfahrgelegenheit und lernte eine evangelische Pastorin kennen, die über einen Mietwagen verfügte und so freundlich war, mich mitzunehmen. In einem Bergdorf, ich erinnere mich leider nicht mehr an den Namen, erfuhr sie allerdings einen kleinen Kulturschock. In einer wunderschönen byzantinischen Kirche freute sich der Pope über unser Interesse an Ikonen und führte uns herum. Der Herr sprach ausgezeichnet Englisch, und schliesslich sagte meine Begleiterin ganz stolz, dass sie ja sozusagen Kollegen seien. Der Pope guckte sie ganz entsetzt an und sagte, "Frauen können keine Priesterinnen sein, denn sie werden ja einmal im Monat unrein".
Ich musste innerlich grinsen, als ich das Gesicht meiner Begleiterin sah und brachte das Gespräch ganz diplomatisch auf die Darstellung Christi in der Ikonologie. Auf dem Rückweg durfte ich mir natürlich einiges über die Ostkirche anhören.
Kos Stadt wirkt wie ein riesiges Freilichtmuseum. Die Stadt spielte in der Antike eine wichtige Rolle. Der berühmteste Einwohner der Insel war Hippokrates, dessen Eid heute noch Ärzte in aller Welt schwören. Hippokrates gründete eine Ärzteschule auf Kos, und das Heiligtum des Äskulap, das Askleipion, einige Kilometer außerhalb der Stadt, war das älteste Krankenhaus Europas. In Kos City befindet sich heute noch eine etwa 1800 Jahre alte Platane, unter der der Legende nach schon Hippokrates gelehrt haben soll. Das ist natürlich ziemlich unwahrscheinlich, wenn auch eine schöne Geschichte. In der Stadt sind antike Überreste aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. zu sehen, darunter eine sehr gut erhaltene römische Villa mit Thermenanlage. Kos genoss unter den Römern bedeutende Privilegien wie Steuererleichterungen. Diese Vergünstigungen verdankte die Insel einem weiteren berühmten Arzt, der aus Kos stammte: Q. Stertinius Xenophon. Dieser war auch finanziell sehr erfolgreich, als Kaiser Claudius ihm den Posten eines Leibarztes mit 300.000 Sesterzen Jahresgehalt anbot, lehnte Xenophon ab, und erst als Claudius Kos Privelegien verlieh, sagte er zu.
Landschaftlich ist der mittlere Teil der Insel Kos am reizvollsten. Der Strandabschnitt von Kardamena ist allerdings fest in der Hand der Pauschaltouristen. Die Urlauber liegen ziemlich dicht gedrängt am schmalen Sandstrand und dahinter befinden sich Kneipen, Cafes und Bars. Besser sieht es im Küstenabschnitt westlich davon aus, am Cap Helona. Es gibt dort Sand-/Kiesstrand, der je weiter westlich, um so abgelegener ist.
Den besten Strand der ganzen Insel gibt es in der Bucht von Kefalos. Vielleicht liegt es an der grossen Entfernung zu Kos City, dass der Strand nicht so überlaufen ist. Eigentlich verwunderlich, denn hier gibt es den besten Sandstrand der Insel.
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