Klettern am Trübsee in der Schweiz (1/2)

Mitte September 2008 habe ich die Schweizer Bergregion am Trübsee, Zentralschweiz, besucht - nicht nur für Kletterbegeisterte wie mich, sondern auch für Wanderer und Erholungssuchende, die einfach die Bergwelt genießen möchten, absolut ideal.

Nach gut fünfstündiger Autofahrt von Stuttgart kam ich am Nachmittag im Hotel Waldegg in Engelberg (35 Km von Luzern) am Trübsee (1800 müM) an, einem komfortablen Wellness-, Golf- und Seminarhotel. Vom Balkon meines großzügigen Nichtraucher-Einzelzimmers hatte ich einen schönen Blick auf den Titlis.

Am Trübsee

Früh am nächsten Morgen ging es zu den Titlis-Bahnen. Von meiner Dreh-Gondel genoss ich den Blick auf sonnenbeglänzte Berghütten inmitten vereinzelter Schneeflecken. Im Hotel Trübsee nahm ich einen kurzen Kaffee, um anschließend zum Alpstübli (1800 m.ü.M) zu wandern, einem Bergrestaurant mit Selbstbedienung, das mir von einem Bekannten wegen seiner vernünftiger Preise und rustikalen Atmosphäre zu Recht empfohlen worden war. Viele Familien mit Kindern aßen dort zu Mittag - dementsprechend lebhaft ging es zu.

Nach einem exzellenten, hausgemachten Apfelkuchen zum Nachtisch startete ich zu einem gut zwei Kilometer langen Spaziergang um den Trübsee. Man hat sich dort tatsächlich die Mühe gemacht und einen ausgewiesenen Blumenpfad angelegt: Ich hatte meine Kamera dabei, habe mit viel Spaß nach den dort verzeichneten Blumen und Blüten gesucht und eine Unmenge Fotos geschossen - natürlich die Diashow nach meiner Rückkehr im Hinterkopf. Ab und zu wurde ich fast von mit Rentnern vollbeladenen Pferdekutschen gestreift - nun, für mich sind Kutschen nichts bzw. kann mindestens noch 20 Jahre warten, noch bin ich gut zu Fuß. Und außerdem habe ich sowieso mehr für niedliche Murmeltiere als dampfende Rösser übrig: Am Rand des Trübsee-Pfades gibt es nämlich einen Murmeltierpark. Erübrigt sich die Frage, was ich mit meiner Kamera gemacht habe; sie musste selbstverständlich einige spielende und sich zuweilen beißende Tierchen aufnehmen.

Sportintermezzo und Kulinarisches

Am Spätnachmittag blieb mir eine Blamage auf dem meinem Hotel angeschlossenen Golfcourt nicht erspart: Meine letzten Versuche in dieser Richtung sind bereits über zehn Jahre her, und entsprechend sah meine Leistung dann auch aus. Habe mich anschließend mit einem Schweizer Käsefondue und einer Flasche Rotwein getröstet und mir dabei vorgenommen, auf jeden Fall gegen Ende des Trips die Engelberger Klosterkäserei zu besuchen, um den bekannten Untertrübseer Bergkäse zu testen.

Im Engelbergertal

Endlich klettern - mein Aufenthalt in Engelberg sollte mich eigentlich auf eine größere, geführte Klettertour vorbereiten, die leider vom Veranstalter ziemlich kurzfristig gecancelt wurde. Aber Engelberg reizte mich, für Erkundungen auf eigene Faust: Es gibt viele Klettersteige unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrads. Und ich hatte mir vorgenommen, die meisten davon auszuprobieren. Das Wetter schien auf meiner Seite.

Zunächst lockte mich aber das Ende des Engelbergertals - dort sollte ein imposanter Wasserfall sein. Eine Dreiviertelstunde folgte ich dem Gebirgsbach, und schließlich entpuppte sich der „Wasserfall“ als Gasthof, wo ich erfuhr, dass der eigentliche Fall viele Gehminuten weiter läge. Ein guter Marketing-Trick, der bei mir seine Wirkung nicht verfehlte: Habe mir im „Wasserfall“ ein Bier genehmigt. Auf dem Rückweg passierte ich an eine Felswand, an der fünf einheimische Kletterer aktiv waren. Gleich kam ich mit ihnen fachsimplerisch über die fünf Engelberger Klettersteige ins Gespräch, die mir zwei der Sportkletterer wärmstens als spannend empfahlen, worauf ich die beiden natürlich gleich in Aktion auf der Wand ablichtete.

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