Inselhüpfen in Griechenland (Teil 1 / 2)
Unsere Reise im Jahre 2003 beginnt auf Kreta. Wir sind zwei junge Leute, die in den Semesterferien über die Inseln Griechenlands reisen. Kreta ist die größte der griechischen Inseln und besonders in der Sommerzeit ein wahres Touristenparadies. Kreta bietet ruhige und belebte Strände, Nachtleben und idyllische Natur, Wassersport- und Surfmöglichkeiten. Unser Quartier beziehen wir im Robinson Lyttos Beach, nicht, weil wir es uns leisten können, sondern weil wir einen Freund besuchen. Der Mitarbeiterrabatt ermöglicht uns eine solche Herberge. Der erste Eindruck bei der Landung: Die Insel riecht nach Frühling. Ein frischer Duft nach Blumen, Sonne und Strand versetzt uns augenblicklich in die richtige Atmosphäre. Der Robinson ist nicht weit von der Hauptstadt Heraklion und dem Flughafen entfernt. Die Straße ist von blühenden Rhododendron-Büschen gesäumt, die Häuser typisch griechisch mit buntem Anstrich und mediterraner Architektur. Direkt in unserer Nachbarschaft wartet der größte Touristenort Kretas, Chersonsissos , mit seinem wilden Nachtleben auf uns. Der Club selbst liegt an einem Sandstrand mit leichter Strömung und ist teilweise felsig. Das Meer schäumt in weißen Wellen und erfrischt unsere vom Alltag gestressten Körper. Tagsüber liegen wir faul in der Sonne, nachts erforschen wir die Bars und Clubs von Chersonsissos. Die Insel ist jedoch zu schön, um nur zu faulenzen. Mit dem Auto erkunden wir die Umgebung. Die Hauptstadt Heraklion ist nicht sehenswert, laut, dreckig und chaotisch. Doch der Wochenmarkt jeden Samstag ist für Schnäppchenjäger ein Erlebnis. Neben frischem Obst und Gemüse sind Klamotten aller Art zu günstigen Preisen zu erstehen. Ohne Handeln geht nichts.
Agios Nikolaos
Ein weitaus idyllischerer Ort ist Agios Nikolaos östlich vom Touristengebiet um Chersonissos. Mit den für Griechenland typischen weißen Häusern mit blauen Fensterläden ist Agios Nikolaos eine wahre Schönheit. Mitten im Zentrum der kleinen Altstadt befindet sich ein Süßwassersee, an dessen Ufern wir an einem lauen Sommerabend ein kühles Bier genießen. Direkt gegenüber von Agios Nikolaos befindet sich eine kleine Insel. Spilonga hat eine Festung, die in vergangenen Zeiten als Schutz vor Angriffen aus dem Meer diente. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts erlangte die kleine Insel eine andere, traurige Bedeutung. Mit Ausbruch der Lebrawelle wurden Erkrankte auf die Insel gebracht, um Infektionen zu vermeiden. Die Kranken lebten hier ein fast normales Leben mit Schulen und Geschäften. Die Überreste der kleinen Gemeinde sind heute zu besichtigen. Von Agios Nikolaos fahren weiter in Richtung Osten und erreichen am östlichsten Zipfel der Insel den berühmten Palmenstrand von Vai. Dattelpalmen soweit das Auge reicht, versetzen uns in karibische Träume. Die Werbemacher von Bounty nutzten diese traumhafte Umgebung für einen Werbespot. Von dort besuchen wir die Lasithi-Hochebene. Eine Landschaft voller Windmühlen malerisch eingebettet in die umgebende Bergwelt ist die Hochebene auch ein Paradies für Radfahrer. Hier oben entdecken wir neben Schafen, Ziegen und Kühen noch die echten Griechen, alte Leutchen, die vor ihren weiß getünchten Häusern mit den hölzernen Erkern auf wackeligen Stühlen sitzen und strahlen. Die Griechen sind stolz, rauh und sehr, sehr herzlich. Die gesunde mediterane Küche mit viel Obst und Gemüse, Oliven und Meeresfrüchten erhöht ihre Lebenserwartung. Die Sonne verhärtet ihre Haut und ihre Gesichtszüge, doch in ihren Herzen ist es warm.
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