Ile Rousse im Sommer 2006 (Teil 2 /2)

Am nächsten Tag unternahmen wir einen langen Spaziergang auf die Ile Rousse, die Halbinsel aus rotem Felsen der der Ort seinen Namen verdankt. Wir klettern über die Felsen zu einem kleinen Felsplateau direkt über am Wasser und schnorchelten dort. Das Meer hier war schon sehr tief aber klar. Viel Leben konnten wir unter Wasser dennoch nicht entdecken, der Reiz dieser Bucht lag vielmehr in dem schönen Spaziergang und dem netten Ausblick den man von hier auf den Ort hatte. Zum Schnorcheln geeigneter war die Felsenbucht an der Steilküste bei unserem Campingplatz, nur vor den Seeigeln musste man sich dort in Acht nehmen.

Da der Strand von Ile Rousse in der Hauptsaison sehr voll ist, fuhren wir in den nächsten Tagen des öfteren mit dem Auto zu den größeren, etwas abgelegeneren Stränden der Umgebung. Wir unternahmen auch einen Ausflug in die Nachbarstadt Calvi um die mittelalterliche Festungsanlage der Stadt und die vielen kleinen Kirchen zu besichtigen.

Mehrmals fuhren wir in die Berge im Inland Korsikas um dort durch die Macchia, das dichte Gebüsch das die Berge bedeckt, zu wandern und die kleinen Bergdörfer zu erkunden, die zum Teil nur zu Fuß erreichbar sind. Diese abgelegenen Dörfer scheinen sich seit vielen Jahren nicht wirklich verändert zu haben und sind immer wieder einen Besuch wert, auch wenn sie vielleicht keine wirklichen Sehenswürdigkeiten bieten. Dabei sollte man bei Wanderungen im Sommer immer darauf achten dass in der Gegend in der man unterwegs ist grade keine Waldbrände wüten, und vor allem sollte man sich auf keinen Fall in der Macchia verlaufen. Bei einer solchen Wanderung entdeckten wir auch einen kleinen Wasserfall, der in ein tiefgrünes Becken fiel. Das Wasser war sehr klar und das Becken, das sehr tief und von flachen Felsen umgeben war, erinnerte uns fast schon an einen Pool. Es schien so als wäre hier vor uns noch nie jemand gewesen, abgesehen von dem Plätschern des Wasserfalls und des Flusses herrschte absolute Stille. So verwarfen wir alle weiteren Pläne für die Wanderung und den Nachmittag und blieben bis zum frühen Abend an dem Wasserfall um zu baden und zu sonnen.

Die Abende in Ile Rousse verbrachten wir entweder alle zusammen auf dem Campingplatz, oder wir setzten uns auf die Felsen der Steilküste und genossen bei einem Bier den Ausblick auf Ile Rousse und die Küste.

Nach drei Wochen auf Korsika traten wir die Heimreise an, wieder flog ich zusammen mit einer Freundin, während die anderen mit dem Auto fuhren. Die Heimreise erwies sich dabei als sehr anstrengend, da wir 13 Stunde Aufenthalt am Flughafen von Nizza hatten, den Großteil davon in der Nacht, in unserem Terminal hatte kein einziges Geschäft geöffnet. So aßen wir Eis aus dem Automaten und spielten die ganze Nacht lang Karten, da es auch keine Bank gab die zum schlafen geeignet war. So kamen wir am nächsten Mittag etwas unausgeschlafen aber dennoch gut gelaunt wieder in Deutschland an.

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