Ile Rousse im Sommer 2006 (Teil 1 /2)
Im August des Jahres 2006 bin ich mit vier Freunden nach Korsika gefahren, um dort Freunde und Bekannte zu besuchen. Wir hatten uns vorher aufgeteilt, ich bin mit einer Freundin nach Nizza geflogen, die anderen beiden fuhren mit dem Auto und transportierten die Campingausrüstung und das restliche Gepäck. So stiegen wir morgens um acht nur mit leichtem Handgepäck in den Billigflieger, der uns innerhalb von zwei Stunden nach Nizza brachte. Dort angekommen fuhren wir mit dem Bus zum Fährhafen der Stadt und trafen uns mit den beiden Jungs die im Auto gekommen waren. Leider zog plötzlich ein Gewitter auf und noch bevor wir in ein kleines Restaurant flüchten konnten waren alle komplett durchnässt. Nach einem Mittagessen in einer Imbissbude stellten wir uns mit dem Auto, in das wir zu viert mehr schlecht als recht hineinpassten, an der Fähre an, die nach zwei Stunden Belade- und Wartezeit dann auch endlich abfuhr. Es handelte sich um eine Schnellfähre und wir erreichten bereits nach ungefähr vier Stunden Fahrt die korsische Hafenstadt Calvi.
In Calvi angekommen quetschten wir uns wieder zu viert auf die drei nicht von Gepäck bedeckten Autositze und folgten der Landstraße in das 30 Kilometer entfernte Ile Rousse. Da wir alle schon viele Male zuvor auf Korsika gewesen waren fanden wir den Campingplatz "Les Oliviers" problemlos. Er liegt direkt in Ile Rousse und ist nur etwa zehn Minuten Fußweg vom Ortszentrum entfernt, an der Landstraße Richtung Bastia gelegen. Auf dem Campingplatz warteten schon zwei Freunde von uns, die im Sommer auf Korsika arbeiten und mit uns ihren Urlaub verbringen wollten. Sie hatten schon eine hübsche Parzelle in einer abgelegenen Ecke des Campingplatzes für uns reserviert, und sich selbst bereits häuslich eingerichtet. So mussten auch wir nur noch unsere Zelte aufstellen um dann ein Feierabendbier im Kerzenschein zu trinken.
Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass unsere Zelte direkt an einem kleinen Fußweg zur Steilküste gelegen waren, die hinter dem Campingplatz beginnt. So liefen wir ein bisschen an der Küste herum und entdeckten eine kleine Bucht, die für den Rest des Urlaubs so etwas wie unsere private Badebucht wurde, da alle anderen Bewohner des Campingplatzes jeden Tag zum dicht bevölkerten Badestrand von Ile Rousse liefen. So standen unsere Zelte zwar vergleichsweise weit von den sanitären Anlagen des Campingplatzes entfernt, dafür hatten wir aber direkten Zugang zum Meer und keine Nachbarn, so dass wir tun und lassen konnten was wir wollten.
Nachdem wir in den ersten Tagen unseres Aufenthaltes vor allem am Strand gelegen und gebadet hatten, beschlossen wir das es Zeit wurde etwas aktiver zu werden. So unternahmen wir mit einem befreundeten Korsen einen Ausflug zu einem kleinen Fluss in den Bergen, im gebirgigen Inselinneren. Der Fluss war hinter einem kleinen Wasserfall gestaut und ideal zum Baden, an dem Kieselstrand um das Becken saßen vor allem korsische Familien, es handelte sich um einen echten Geheimtipp. Wir kletterten ein wenig an den Felsen über dem Becken, badeten und sonnten uns und aßen in der kleinen Pizzeria direkt am Wasserfall zu Mittag. Als wir abends zurück in Ile Rousse waren, luden wir unseren korsischen Freund und ehrenamtlichen Fremdenführer zum Dank in die einzige Diskothek in Ile Rousse, das Le Pub, ein. Das Le Pub liegt größtenteils in einem mit Holz vertäfelten Keller und ist eine Art Mischung aus einer Kneipe und einer Diskothek. Dort verbrachten wir einen langen Abend, um dann am Strand entlang zurück zum Campingplatz zu laufen.
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