Holland - ein Reise- und Erlebnisland für die ganze Familie (Teil 2 / 2)
So haben wir einstimmig beschlossen, dass wir einen Tag nach Amsterdam fahren - natürlich ohne Wohnwagen. Doch dort angekommen, haben wir zum ersten Mal eine richtige Wut auf Holland bekommen, denn die Parkgebühren waren so hoch, dass wir fast wieder umgekehrt wären. Das nächste Mal parken wir vor Amsterdam und fahren mit der Bahn in die Stadt - wenn wir überhaupt noch einmal kommen, so sauer waren wir.
Doch die Wut war schnell verflogen, als wir gegenüber der Centraal Station am Nordrand der Altstadt den Schiffsanleger entdeckten, von wo aus die Grachtenboote ihre Rundfahrten starten. Diese Boote sind extrem flach gebaut, damit sie auch unter den Brücken durchpassen. Im Abstand von 30 Minuten verkehren sie zwischen sieben Haltestellen auf ihrer Route rund um das kreisförmige historische Zentrum von Amsterdam. Und das Besondere: Seinen Fahrschein kann man den ganzen Tag benutzen und beliebig oft an den Haltestellen ein- und aussteigen. Und wir erfuhren, dass das Grachtensystem, das heute das Amsterdamer Stadtbild prägt, zwischen 1612 und 1663 entstanden ist. Die prächtigen Gebäude an den Ufern wurden auf Holzpfählen errichtet und verfügen alle über sehr schöne Giebel, an denen so genannte Takelbalken angebracht wurden, um Gegenstände per Seilzug nach oben zu befördern. Das Grachtensystem besteht aus insgesamt 70 Inseln und rund 1200 Brücken. Wir waren einfach nur begeistert!
Der Gesamteindruck, den uns die Stadt vermittelte, war durch wunderschöne Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert bestimmt, die nie durch einen Krieg zerstört wurden und anscheinend mit großem Aufwand gepflegt werden. Deshalb war es schon faszinierend zu sehen, wie viele solch schöner neoklassizistischer Prachtbauten und Bauwerke der Renaissance die Stadt zu bieten hat. Das Kind hat sich jedoch mehr für die vielen Menschen begeistert, die die Innenstadt bevölkerten. Die Kleidung und die Menschen waren international und ein babylonisches Sprachengewirr umgab uns, als wir in einem der Straßencafés eine Pause machten. Und dann stellten wir fest, dass Amsterdam ein Paradies der T-Shirts sein muss - eine solche originelle Auswahl hatten wir noch nirgends gesehen. Wir haben mehrere gekauft.
Als wir am Abend wieder zu unserem Auto gingen, war die Wut über die Parkgebühren verflogen, und wir hakten diese Ausgaben als Eintrittsgeld für eine tolle Stadt ab. Einhellig waren wir der Meinung, noch einmal herzukommen.
Da am nächsten Tag das Wetter auch nicht zum Baden einlud, haben wir einen Inselausflug beschlossen, und zwar nach Texel. Schon kurz darauf, als wir mit der Fähre übersetzten, war der Himmel wolkenlos. Ein Traumwetter auf einer idealen Urlaubsinsel, die wir natürlich erkunden wollten. Fahrräder zu mieten war uns aufgrund unserer Erfahrungen in Scheveningen doch zu anstrengend, aber auf Texel gab es eine herrliche Alternative: das Fahrrad mit Hilfsmotor. Sogar unser Kind durfte sich eines aussuchen, obwohl das vermutlich nicht ganz legal war. Jetzt konnten wir die Insel ohne große Kraftanstrengung umrunden und stellten fest, dass dies das wahre Paradies für einen Strandurlaub sein muss. Wir hielten an einem wenig belebten Strand an und sprangen ohne Badehöschen in das doch sehr frische Meer - auch das ist in Holland kein Problem.
Nach diesem Urlaub kamen wir zu dem Ergebnis, dass es wahrlich nicht immer der Süden sein muss, wenn man ein so schönes Land wie Holland praktisch vor der Haustüre hat.
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