Reisebericht Holland- Komm wir fahren nach Amsterdam (Teil 2 / 2)
Besonders stolz waren die Amsterdamer schon im 17. Jahrhundert auf ihr Rathaus, das sie als "achtes Weltwunder" bezeichneten. Es steht auf mehr als 13.000 Pfählen und dient heute der königlichen Familie als Residenz. Wer bei einer Grachtenrundfahrt den Archipel aus rund 70 Inseln und 500 Brücken erkundet, aus dem sich Amsterdam erhebt, fällt vielleicht die schmale Bauweise der Patrizierhäuser auf. Das liegt daran, dass die Hausbesitzer damals nach der Breite besteuert wurden, weshalb sie lieber in die Höhe, meist 4-5 Stockwerke hoch bauten. Nach Amsterdam reiste auch Zar Peter der Grosse während seiner "Grossen Gesandschaft". Auf den Werften der Ostindischen Kompanie in Zaandam lernte der Zar den Schiffsbau von der Pike auf, und als Hommage an die Holländer übernahm er die rot weiss blaue niederländische Trikolore als russische Nationalflagge und nannte seine neue Hauptstadt nach dem Vorbild Amsterdams "St. Pietersburg".
Amsterdam hat immer Filmemacher inspiriert, und auf den Grachten wurden schon einige der gewagtesten Stunts und halsbrecheristen Verfolgungsjagden gedreht. Natürlich zog es auch James Bond schon hierher. In dem Streifen "Diamantenfieber" (Diamonds are forever") hat er eine spektakuläre Verfolgungsjagd auf den Grachten zu bestehen. Diese wilde Jagd wird eigentlich nur durch die in dem spannenden Thriller "Amsterdam Night" getoppt, in dem ein psychopatischer Serienmörder auf den Grachten mordet.
Drogen in Holland und im Grenzgebiet
Die meisten Reisenden werden es wohl nicht zugeben, dass die "Coffieshops" durchaus einen Teil der Faszination eines Hollandtrips ausmachen. Übrigens ist Cannabis auch in den Niederlanden illegal, der Besitz und Verkauf kleiner Mengen wird jedoch geduldet. Niemand wird Deutsche behelligen, die sich im Coffeeshop amüsieren oder auch ein paar Gramm für den Eigenbedarf mitnehmen. Gerade Deutsche sollten aber daran denken, dass Cannabis in der BRD nach wie vor illegal ist und dort im Gegensatz zu Holland nicht als Ordnungswidrigkeit, sondern als Vergehen zählt. Nach dem Schengener Abkommen sind Grenzkontrollen zwar abgeschafft, dennoch kann es passieren, dass die Bundespolizei kurzerhand einen Grenzübergang schliesst und "Verdächtige" herauswinkt. Dabei werden die Deutschen manchmal auch vom niederländischen Zoll unterstützt, der im Grenzgebiet Jagd auf Touristen mit Mitbringseln macht. Deutsche, die man erwischt, sind natürlich dann den Stoff los, den sie zuvor legal gekauft haben, und die zuständige deutsche Behörde eröffnet dann ein Strafverfahren. Das kann so richtig teuer werden, wenn Grenzkontrollen und Stichproben auch meist ausgesprochen lasch sind. Deutsche, die im Urlaub Drogen nehmen, können theoretisch dafür zur Verantwortung gezogen werden, da sie auch im Ausland deutschen Gesetzen unterliegen. Etwas Vorsicht und sachliche Informationen sind sicher auf diesem Gebiet recht hilfreich, denn es sind allemal junge, unvorsichtige Leute, die an der Grenze mit 5 Gramm geschnappt werden und dann ganz treuherzig erzählen, dass sie das Zeug nur "zum Eigenbedarf besaßen, was freilich kaum einen deutschen Richter oder Staatsanwalt interessiert. Jedes Jahr gibt es in der BRD 50.000 Verfahren nur wegen Cannabis, die meisten Statistikfutter, aber einige schlagen sich leider auch in "einschlägigen Vorstrafen" nieder. Wer heute um die 40 ist und selbst Kinder hat, die angespornt von eigenen Abenteuerzählungen Amsterdam erkunden wollen, wird natürlich nicht wollen, dass die dann Ärger bekommen und im Zentralcomputer landen. Ein behutsames psychologisches Gespräch über "Risiken und Nebenwirkungen" ist da vielleicht vor Antritt der Reise ganz hilfreich, auch wenn die paar Tüten, die in Holland geraucht werden,
nicht einmal die besorgten Eltern interessieren.
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