6 Freunde erleben Südfrankreich (Teil 2 / 2)
Am folgenden Tag standen wir etwas früher auf, denn wir waren ja schließlich zum Wandern in die Provence gekommen und wollten diesen Plan jetzt auch verwirklichen. So machten wir uns auf zur etwa 30 Kilometer entfernt liegenden kleinen Verdon- Schlucht, in der wir für den Abstieg in die große Schlucht üben wollten. Die kleine Schlucht des Verdon kann man auf einem relativ leichten, schön angelegten Weg umrunden. Diesem folgten auch wir zunächst, bis der Weg ziemlich abrupt ab der Hälfte gesperrt war. So mussten wir auf einen anderen Weg ausweichen, der den Berg an der Schlucht hinauf führte, und extrem steil war. Alle waren erleichtert, als wir nach zwei Stunden des Kletterns in der Mittagshitze auf dem Kamm ankamen. Leider verlor der Weg sich irgendwann auf dem Bergrücken im Nichts, und wir folgten dem nächst besten anderen Weg ins Tal, zurück zum See und zum Eingang der Schlucht. Dort setzten wir uns auf die Terrasse von einem der vielen Restaurants am See, tranken etwas und erholten uns. Da es auch schon später Nachmittag war, kehrten wir nach Greux zurück und liefen dort noch etwas herum, wobei sich Greux sich als touristisch geprägter Kurort mit vielen Restaurants und Souvenir- Läden herausstellte. Abends verglichen wir noch schnell online unsere
Lottozahlen und gingen dann ohne Gewinn, aber trotzdem glücklich, recht früh schlafen, schließlich wollten wir am nächsten Tag die große Verdon- Schlucht hinab klettern.
Die große Verdon- Schlucht liegt noch etwas weiter von Greux entfernt. Mit einer Tiefe von 700 Metern ist sie die tiefste Schlucht Europas. So brachen wir am nächsten Morgen schon um halb acht auf, um nicht wieder in der Mittagshitze zu wandern. Schon die Fahrt zur Schlucht war ein Erlebnis, die Straße führte in steilen Kurven durch die Berge, und immer wieder hatte man einen traumhaften Ausblick über das Gebirge, die Schlucht und den großen Stausee. Der Abstieg in die Schlucht war sehr anstrengend, der Weg führt so steil hinab das er an eine brüchige Treppe erinnerte und man ständig konzentriert sein musste. Am Boden der Schlucht machten wir erstmal eine Pause an dem dortigen Fluss, um uns dann, immer noch müde, an den Aufstieg zu wagen. Dieser dauerte knapp drei Stunden und war zwar anstrengender als der Abstieg, dafür war die Stolper- Gefahr aber nicht so groß. Den Nachmittag verbrachten wir an einem Kieselstrand am Ufer des Stausees.
Am nächsten Tag brachen wir unsere Zelte in Greux ab und machten uns auf den Weg Richtung Süden, an die Côte d''Azur. Dort suchten wir längere Zeit nach einem Campingplatz, bis wir schließlich in dem kleinen Küstenort Bormes auf dem riesigen Campingplatz "Les Domaines" landeten. Dieser Campingplatz stellte sich auf den zweiten Blick als riesige Anlage mit eigenen Restaurants, Straßen, Sportplätzen und eigenem Strand heraus. Trotzdem lag unsere Parzelle sehr schön in einem Pinienwald mit Blick aufs Meer. In den nächsten Tagen machten wir Urlaub am Strand. Nicht weit entfernt gab es eine langgezogene Bucht mit weißem Sandstrand und einigen Kneipen, hier verbrachten wir unsere Tage mit Sonnen, Baden und Faulenzen.
Das Eröffnungsspiel der Fußball- Weltmeisterschaft sahen wir zusammen mit den anderen Deutschen des Campingplatzes in der dortigen Sport- Bar. Die Besitzer hatten extra einige Fernseher nach draußen gestellt und der ganze Campingplatz versammelte sich schließlich dort. Am vorletzten Tag unseres Urlaubs besuchten wir die kleine Stadt Saint Tropez, die nicht weit von Bormes entfernt liegt. Dort machten wir einen Bummel durch den berühmten Hafen mit seinen Luxusjachten und durch die Innenstadt mit den vielen Designer- Boutiquen.
Nach zehn Tagen fuhren wir schließlich braun gebrannt und gut erholt zurück nach Deutschland, es hatte in unserem Urlaub keinen einzigen Regentag gegeben.
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