Die Extremadura und die "Ruta de los Conquistadores" (2 / 2)

Cáceres

Eine halbe Autostunde von Trujillo entfernt liegt die sensationelle Stadt Cáceres: Arkadengänge, schmucke Tore, ineinander verschachtelte Häuser und Paläste, Steintreppen, Wehrgänge, herrliche Bogenfenster, nur wenig wasserspeiende Naturstein-Brunnen – eine Reise Jahrhunderte zurück. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, eine solche Stadt hat man bestimmt noch nie gesehen, und man wartet förmlich darauf, dass mittelalterlich gekleidete Menschen mit Eseln oder Pferden um die Ecke kommen. Autos können hier nicht die Idylle stören, zu eng und zu schmal sind die Gassen in die kaum ein Sonnenstrahl fallen kann. Im Sommer für die Bürger eine hervorragende Klimaanlage. Seinen Rundgang beginnt man auf der schmalen Pflastergasse am Sternbogen „Arco de Estrella“. Automatisch kommt man zum „Palacio de los Toledo-Montezuma“, Symbol der Vereinigung von europäischer und südamerikanischer Kultur. Man sollte sich einen ganzen Tag Zeit nehmen, um all die kleinen Gassen, in denen sich zahlreiche Cafés und Restaurants befinden, und ihre geschichtsträchtigen Denkmäler zu besichtigen.

Das „Monasterio de Guadalupe“

In der steil ansteigenden Gebirgslandschaft der „Sierra de Guadalupe“ führt eine kurvenreiche, sehr schlecht ausgebaute Landstraße direkt einem Kloster, in dem sich Spaniens wichtigstes National-Heiligtum befindet: das „Monasterio de Guadalupe“. Seit 1341 befindet sich hier die kleine schwarze Madonna, Schutzpatronin nicht nur der Extremadura, sondern in der Tat ganz Spaniens. Alle bekannten und unbekannten Konquistadoren pilgerten zur schwarzen Madonna in die Altarkapelle, bevor sie ihre Reisen antraten, so auch Pizarro und Cortés, aber auch Kolumbus hat nach der Entdeckung Amerikas hier gebetet.

Medellín

Eine römische Steinbogenbrücke führt über den Fluss Guadiana nach Medellín. Die Stadt kann man in etwa zwei Stunden besichtigen. Auf dem Berg eine Burg über wenigen schneeweißen Häusern. Nichts deutet erst einmal darauf hin, dass dieses Dorf einen weltberühmten Sohn hat: Hernán Cortés - sein Denkmal ist unübersehbar, er wurde in 1485 in Medellín geboren, er war der Eroberer von Mexiko, unterwarf Montezumas Imperium und erbeutete sagenhafte Goldschätze.

Zafra

Die Fahrt geht dann weiter über Mérida mit römischen Ausgrabungen nach Zafra zum wunderschönen „Parador Hernán Cortés“, mit besten Übernachtungsmöglichkeiten und hervorragender Verpflegung. Aber auch von hier hat man einen wirklich grandiosen Ausblick, wenn man darum bittet, den hohen Wehrturm besteigen zu dürfen: Man sieht die historische Altstadt, die gotische Kirche „Candelaria“ und noch viel mehr. Jetzt möchte man gleich in die Stadt eintauchen, die so herrlich nach Bougainvilleen, Hibiskus und Oleanderbüschen duftet.

Yuste

Letzte Station ist Yuste mit der Burg „Jarandilla de la Vera“, einst Alterssitz von Kaiser Karl V. und heute ein wunderbarer Parador. In Yuste zeigen seltsam gekleidete Mönche, weiße Kutte und braune, tief ins Gesicht gezogene Kapuze, die Räume, wo der mächtigste Mann der Welt auf seinen Tod wartete. Karl der V. war an Malaria erkrankt.

Die beste Reisezeit ist zweifellos der Frühling, im Sommer ist es viel zu heiß, und wir möchten den Rest der unglaublichen „Ruta de los Conquistadores“ auch noch bereisen.

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