Schafe in der Extremadura

Die Extremadura und die "Ruta de los Conquistadores" (1 / 2)

Spanien während eines Urlaub komplett zu bereisen, das ist unmöglich. Es sind nicht die touristischen Hochburgen, es ist eher das unbekannte, das zu entdeckende Spanien, das Antworten gibt und unvergessliche Momente beschert. Also keine Reduzierung auf touristische Hochburgen, sondern Lust machen, in einem der schönsten, vielfältigsten und interessantesten Länder Europas auf Reisen zu gehen. Wir taten es im Frühjahr 2006.

Extremadura

Beispielhaft die Extremadura, historische Landschaft zwischen portugiesischer Grenze im Westen und der Hauptstadt Spaniens Madrid im Osten. Aus dieser Gegend stammen die großen Helden der spanischen Geschichte. Pizarro, Eroberer von Peru, Cortés, Eroberer von Mexiko, aber auch Francisco de Orellana, der den Amazonas entdeckte. Diese und noch andere Seefahrer aus der Extremadura folgten Kolumbus. Auf ihren heimatlichen Spuren zu reisen, das ist ein einmaliges Erlebnis. Man hat aus diesem Grunde die „Ruta de los Conquistadores“ geschaffen, also die „Route der Eroberer“, die in Trujillo beginnt und zu vielen Orten der Extremadura führt.

Trujillo

Wir beginnen unsere Reise in Trujillo, umgeben von den fruchtbaren Ufern der Flüsse Tajo und Guadiana. Die Stadt war einst vorrangiger Treffpunkt der Konquistadoren. Schon von weitem sieht man die mächtige Burg auf der Spitze eines Berges aus Granit – Granitfelsen, denen man in der Extremadura überall begegnet. Man fährt hinein in diese unglaubliche Stadt, und zwar direkt zur „Plaza Mayor“. Die Wappen an den Palästen verraten wo Pizarro und seine drei Brüder, die mit ihm auf die Reisen gingen, sowie Francisco de Orellana lebten und arbeiteten. Unzählige Einwohner von Trujillo zog es in die so genannte „Neue Welt“. Viele kehrten mit Unmengen von Gold zurück, bauten Paläste und stifteten Kirchen. Diese Zeugnisse einer nicht immer rühmlichen Zeit beeindrucken und dürften in ihrer Art einmalig sein. Und natürlich steht in der Mitte der „Plaza Mayor“ eine Reiterstatue von Pizarro. Der beeindruckendste Palast ist auch ein Werk Pizarros: der „Palacio del Marqués de la Conquista“.

Der Aufstieg zur Burg, an der vollständig erhaltenen Stadtmauer entlang, ist sensationell. Oben erwartet den Besucher der Orellana-Palast, der Friedhof, wo ausgesprochen freundliche Wärter den Besuchern gerne das etwas verkommene Grab von Hernando Pizarro zeigen, das Pizarro-Museum und schließlich die Burg, die teilweise zerstört ist. Zwei Tore, siebzehn Türme und mindestens zehn Meter hohe Wehrmauern und ein Blick in eine Landschaft, die so weit und so schön ist, dass man die kleine Mühe des Aufstiegs unbedingt auf sich nehmen muss.

Kalbshoden

Eine Erfahrung kann man sich jedoch ersparen. Trujillo verfügt über eine hervorragende Gastronomie mit vielen schmackhaften Gerichten aus regionalem Anbau. Probieren sollte man unbedingt das "Retinto"-Rindfleisch, verschiedene Wurstsorten, einen wunderbaren Schinken, die leckeren Süßspeisen und die geschmacksintensiven Weine. Aber: Im Restaurant „Corral del Rey“ - ein wirklich tolles Lokal – gibt es keine deutsche Speisekarte. Und einfach auf gut Glück etwas zu bestellen, birgt so manche Überraschung. Man sollte auf keinen Fall nach einer Spezialität des Hauses fragen, denn dann bekommt man automatisch Kalbshoden, die in der Tat sehr gewöhnungsbedürftig sind – außer man möchte es probieren. Also immer ein Wörterbuch dabei haben.

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