Bei Kaiserin Sissi und Heidi zu Hause (2 von 2)

Und der begann mit strahlendem Sonnenschein und einem Flair, das wir so nicht erwartet hatten. Nur einen Schritt hinaus auf den kleinen Balkon umfing uns eine Großstadtatmosphäre der besonderen Art. Der Blick auf eine imperiale Stadt mit einer großartigen Geschichte machte einfach nur Lust auf das Erkunden wenigstens der wichtigsten touristischen Attraktionen. Und die gab es dann gleich am Vormittag. Der Besuch des Schlosses Schönbrunn. Besonders unsere Tochter, die gerade im typischen Prinzessinnenalter war, freute sich mächtig auf einen Besuch der Kaiserin Sissi. Für ihr doch noch recht junges Alter war sie bei der Schlossführung Feuer und Flamme und konnte sich am Glanz und Glamour der alten Kaiserzeit kaum satt sehen. "Hier möchte ich zu Hause sein!", war ihr ganz persönliches Fazit. Nach der Besichtigung ein Eis auf die Hand und schon ging es mit einem der überall zu findenden Fiaker einmal quer durch den Stadtbezirk. Den Besuch der Spanischen Reitschule mit ihren wunderschönen Lippizaner-Pferden kann man in jedem Fall nur weiterempfehlen. Am Nachmittag gönnten wir uns dann noch eine Stadtrundfahrt und durften so auch Dinge sehen, die dem Individualreisenden doch manchmal verborgen bleiben.
Der dritte Tag war dem Relaxen und Shoppen gewidmet, empfing uns aber längst nicht so strahlend, wie der vorherige. Grauer Himmel und ein leichter aber ständiger Nieselregen konnten uns zwar nicht die Lust an Wien, aber die an einem größeren Stadtbummel verderben. Und so schlenderten wir ein paar Stunden durch die wuselnde Millionenstadt, entdeckten da das Eine und ein paar Meter weiter etwas völlig Anderes und auch die Brieftasche leerte sich so, wie die Einkaufstüten sich füllten. Also ab ins Hotel, Taschen abstellen und wieder in die Stadt. In einem der vielen typischen Cafehäuser gab es den hervorragenden Wiener Kaffee und natürlich für jeden ein Riesenstück Sacher-Torte. Den Rest des Tages ließen wir gemütlich ausklingen.
Auch wenn wir wussten, dass unsere Zeit in Wien nun zu Ende gehen sollte, grübelten wir doch über eine Verlängerung. Aber geplant ist geplant und so machten wir uns am nächsten Morgen auf, die Bergwelt zu entdecken. Und die war und ist einfach nur schön und phänomenal! Mit dem Auto ist man relativ schnell im Gebirge und auf einem Almbauernhof fanden wir auch recht schnell ein Zimmer für drei Tage. "Hier hat bestimmt Heidi gewohnt!", meinte unsere Tochter, als sie am nächsten Morgen vom hölzernen Balkon auf eine Welt voll satter grüner Almweiden und riesiger hoher Felsberge schauen konnte. Und wir ließen sie in diesem Glauben und taten in den Folgetagen genau das, was Heidi sicherlich auch am liebsten getan hat. Auf den Almwiesen in der Sonne liegen, durch die Berge kraxeln und das herzhaft kräftige Essen der Österreicher in vollen Zügen genießen. Das Bimmeln der Kuhglocken war der akustische Hintergrund für blauen, leicht bewölkten Himmel, steile Felswände und anheimelnde Wiesen in der Höhe des Alpenlandes. Während kurzer Ausflüge in die Umgebung lernten wir die Lebensweise der Almbauern ebenso kennen, wie die doch recht interessante Tier- und Pflanzenwelt, die hier doch eine ganz andere war als in unserer thüringischen Heimat. Und auch wenn eine Woche für Wien und Österreich viel zu wenig ist, wussten wir schon damals, dass wir hierher zurückkehren würden. Sobald es geht.

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